Die Gradtagstabelle: Heizkosten auf Monate verteilen

Heizkosten fallen nicht gleichmäßig an. Die Gradtagstabelle bildet ab, wie sich der Jahreswärmebedarf auf die zwölf Monate verteilt - und macht damit den Mieterwechsel mitten im Jahr überhaupt erst sauber abrechenbar.

Was die Zahlen bedeuten

Jeder Monat bekommt einen Anteil in Promille. Der Januar steht mit 170 von 1.000 zu Buche - in diesem einen Monat fällt also rund ein Sechstel des Jahreswärmebedarfs an. Der Juli steht bei 0: In einem durchschnittlichen deutschen Sommer wird nicht geheizt.

Rechnet man die kalten Monate zusammen, wird der Effekt deutlich. Januar bis Mai kommen gemeinsam auf einen Anteil, der weit über der Hälfte des Jahres liegt - obwohl es kalendarisch nur 41 % des Jahres sind. Genau diese Diskrepanz ist der Grund, warum die Heizkostenverordnung beim Mieterwechsel nicht nach Tagen teilen lässt.

Wo sie angewendet wird - und wo nicht

Die Tabelle greift für die Wärme-Verbrauchskosten, die nicht durch eine Zwischenablesung exakt getrennt werden konnten. Sie greift nicht für:

Diese Abgrenzung wird häufig übersehen. Wer die Gradtagsverteilung auf alle Positionen anwendet, produziert einen neuen Fehler statt den alten zu vermeiden.

Warum eine Norm und nicht das Wetter

Naheliegend wäre, die tatsächlichen Temperaturen des Abrechnungsjahres heranzuziehen. Praktisch scheitert das an Aufwand und Streitanfälligkeit: Welche Wetterstation, welcher Referenzzeitraum, welche Heizgrenztemperatur? Eine normierte Tabelle ist für beide Seiten nachvollziehbar und über die Jahre konsistent.

Der Preis dafür ist eine gewisse Ungenauigkeit in Ausreißerjahren. Bei einem außergewöhnlich milden Winter überschätzt die Tabelle den Januaranteil. Über mehrere Jahre gleicht sich das aus - und für den einzelnen Mieterwechsel ist sie immer noch deutlich näher an der Realität als eine Teilung nach Kalendertagen.

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